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Zukunftsperspektive und Zielfindung für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen


Aktuell

Aktuell: Termine Gruppe III

Beginn 15.09. - Ende 12.12.2014
Kurszeiten: Mo, Di und Do: 14.00 - 17.00 Mi: 9.00 - 12.00

Information und Anmeldung bei Maga. Andrea Janisch, andrea@omega-graz.at
Tel: 0316/773554


Allgemeines zum Projekt

Das Ziel, Familien mit besonderen Bedürfnissen zu betreuen, bedingt, dass auf verschiedene Personen in unterschiedlichsten Lebenssituationen eingegangen werden muss. Jedes Familienmitglied bringt seine individuellen Bedürfnisse mit, damit die Familie gesunden kann, sollten alle entsprechende Unterstützung bekommen. Leider besteht das große Problem, dass insbesondere für jugendliche AsylwerberInnen - ein wesentlicher Teil des familiären Systems - die traumatische Lebenserfahrungen in ihrer Heimat gemacht haben, Ressourcen für die Betreuung und Hilfestellung begrenzt sind. Die Ausgangslage dieser jungen Menschen, die sich in einem Lebensabschnitt befinden, der von beruflicher Orientierung, Ausbildung/Studium, Arbeit, Beziehung und Partnerschaft gekennzeichnet sein sollte, ist eine schwierige, da sie die von ihnen verlangten Anforderungen aufgrund ihres unsicheren Status zum Großteil unzureichend bis gar nicht erfüllen können. Es gibt keine Ausbildungsmöglichkeiten wie Lehrstellen oder fortführende Schulen, diese jungen Menschen stehen ohne Perspektiven und finanzielle Mittel da. Diese Situation führt unweigerlich zu Stress und hohen psychischen Belastungen, viele reagieren mit typischen Symptomen wie Schlafstörungen, Nervosität bis hin zu aggressivem Verhalten oder depressiven Verstimmungen. Die Gefahr einer Chronifi- zierung besteht, was in weiterer Folge zu längerfristigen psychischen und auch physischen Beeinträchtigungen führt. Auf Basis dieser Überlegungen wurde für diese Gruppe - jugendliche AsylwerberInnen und MigrantInnen für die Altersgruppe 16- 25 dieses Projekt konzipiert.

Projektaktivitäten:

Zunächst führten wir eine Fragebogenerherbung mit 54 AsylwerberInnen im Alter von 16 bis 25 Jahren durch (die Liste der Personen wurde uns vom Landesflüchtlingsbüro und der Caritas zur Verfügung gestellt). Ziel war es, die aktuelle Lebenssituation der jugendlichen AsylwerberInnen zu erfassen und zu versuchen, Kursangebote bis hin zu individuellen Unterstützungsangeboten zu etablieren. Alle 54 Personen wurden vorab brieflich über unser Anliegen und Angebot informiert. 8 Personen konnten wir nicht erreichen, da sie verzogen oder eingeschult waren und damit nicht in unsere definierte Zielgruppe fielen. Von den 46 verbliebenen Personen füllten 23 Personen einen Fragebogen aus (persönlich oder aufgrund der Entfernung telefonisch), der Aufschluss über die aktuelle Situation der Personen geben sollte. Die hohe Ausfallsquote von 50% war auch dadurch begründet, dass vor allem afrikanische AsylwerberInnen Misstrauen und zum Teil Angst zeigten, sodass für diese Gruppe künftig ein anderer Zugang gewählt werden sollte. Aus der Erhebung geht hervor, daß tatsächlich nur drei Personen einer Tätigkeit nachgingen (Kurs), alle anderen waren ohne Beschäftigung. In den Heimatländern waren 13 der Befragten in Schulen gewesen, acht hatten gearbeitet oder zumindest mitgearbeitet. Im Vergleich dazu gaben die Befragten für den Aufenthalt in Österreich ausschließlich Tätigkeiten wie Sport, Musik, Lesen,.. an, da ihnen Schule und Arbeit aufgrund ihres unsicheren Status verwehrt blieben. Knapp 50% der Befragten berichteten von seelischen Problemen innerhalb der letzten 12 Monate, die fast ausschließlich mit Freunden und innerhalb der Familie besprochen oder aber ganz für sich behalten wurden. Diese Ergebnisse sprechen dafür, daß es insbesondere für diese Gruppe vermehrt Betreuungs- und Beschäftigungsprogramme geben muß. Die Ergebnisse dienten als Basis für das Gruppenangebot, das OMEGA für einen Teil diese jungen Menschen konzipiert und mit ihnen durchgeführt hat.

Gruppenangebote/-betreuung:

Dieses bestand aus einem sechswöchigen Modulangebot für junge AsylwerberInnen und MigrantInnen mit folgendem Inhalt: EDV, Deutsch, individuelle Lebensplanung und Berufsorientierung sowie gesundheitsspezifische Themen. Die neun TeilnehmerInnen im Alter von 17 - 23 Jahren kamen aus Tschetschenien (3), aus Nigeria(3), aus Georgien (2) und Mazedonien (1). Die ersten Wochen wurden zur Gruppenfindung genutzt, was durch das engmaschige Angebot (Kurseinheiten an vier Tagen pro Woche) intensiviert wurde. Alle Teilnehmerinnen hatten sich erhofft, hier in Österreich ihre Zukunft gestalten zu können, was aufgrund ihres unsicheren Status bisher aber nicht möglich gewesen war. Umso engagierter war ihre Teilnahme an den Kursangeboten insbesondere in den Deutsch- und Computerkursen. Individuelle Beratungsgespräche waren vor allem dahingehend notwendig, die unsichere Situation, drohende Abschiebung, emotionale Probleme und Stresssituationen bewältigen zu können. Das Erarbeiten von gesundheitsspezifischen Themen führte zu einem besseren Verständnis der eigenen Gesundheit und dem Gesundheitssystem in Österreich gegenüber und bot zusätzlich die Möglichkeit, in persönlichen Gesprächen Hilfestellungen bei gesundheitlichen Problemen zu erhalten. Das Erleben in der Gruppe führte durchwegs zu einer zumindest vorübergehenden Verbesserung der allgemeinen Be- findlichkeit.

Für Jugendliche ist die Flüchtlingssituation aufgrund ihrer spezifischen Entwicklungsphase erheblich erschwert, deshalb wurde auch versucht, gerade für diese Zielgruppe Angebote und Hilfen zu erstellen. Die Fragebogenerhebung mit ursprünglich 54 jungen AsylwerberInnen hat viele Probleme aufgezeigt, denen wir aber nur zum Teil begegnen konnten. Hier noch effektivere Maßnahmen zu entwickeln, insbesondere was die Erreichbarkeit und Motivation dieser jungen Menschen betrifft, bleibt weiterhin ein Auftrag. (Mehr Informationen über die Erhebung und Ergebnisse erhalten Sie über Frau Mag.a Andrea Janisch).