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Migration und Gesundheit 2009/2011/2012/2013

Das Projekt "Gesundheit und Migration" - Barrieren und Zugänge im Gesundheitssystem (MuG) ist entstanden aufgrund von einigen Studien (Vgl. Statistik Austria 2006/07) die belegten, dass Migrant/innen einen geringeren Zugang zum Gesundheitssystem aufweisen, da ihnen unter anderem viele Informationen nicht zugänglich sind und sich daher langfristig höhere Risikofaktoren für Erkankungen ergeben, als im Vergleich bei Österreicher/innen ohne Migrationshintergrund. Anzumerken ist aber auch, das Österreicher/innen mit deutscher Muttersprache ebenfalls Zugangsprobleme aufweisen, was aber hier nicht näher behandelt wird. Kennzeichnend ist, dass bei Migration weitere Faktoren hinzukommen wie die Sprachbarriere.

MuG erstreckte sich bis jetzt über drei Jahre 2009/2011/2012, wobei jedes Projekt-Jahr für sich abgeschlossen wurde und eigene untergeordnete Maßnahmen und Ziele verfolgte. Da die Maßnahmen in den Regionen umgesetzt wurden, fand eine Kooperation mit 8 steiermärkischen Gemeinden statt, die vorzugsweise einen hohen Migrationsanteil in der Bevölkerung aufweisen. Die Gemeinden waren Bruck/Mur, Deutschlandsberg, Feldbach, Hartberg, Kapfenberg, Knittelfeld, Leoben und Neudau bei Hartberg. Laut Statistik Austria (2012) ist der Anteil an Bevölkerung mit ausländischer Herkunft, abgesehen von Graz mit 23,5% Bevölkerung mit ausländischer Herkunft, in den Bezirken Bruck/Mur (12,3%) und Leoben (10,7%) am höchsten.

MigrantInnen verlassen ihr familiäres und soziales Netzwerk im Heimatland und müssen diese im Gastland erst neu schaffen und aufbauen. Vielerlei kulturelle und sprachliche Barrieren erschweren die volle Einbindung in und die Teilnahme am Leben der Gesellschaft des Gastlandes. So besteht etwa aufgrund von Sprachbarrieren unter MigrantInnen ein Informationsdefizit über vorhandene Leistungsangebote des Gesundheits- und Sozialsystems in Österreich, was wiederum zu einer geringeren Inanspruchnahme derartiger Angebote und Serviceleistungen führt.

Damit ist ein Bestandteil der mangelnden Partizipation ein fehlender Zugang zu den Gesundheitsleistungen, zu denen sie berechtigt wären. Ein weiterer Grund für fehlende Partizipation können auch die unterschiedlichen Erwartungshaltungen sein, welche MigrantInnen an das Gesundheitssystem haben. Ist das Gesundheitssystem des Herkunftslandes etwa stark zentralisiert, so werden von den Betroffenen etwa in der Prävention vornehmlich verpflichtende Untersuchungen wahrgenommen, da gar nicht die Erwartung besteht, dass es fakultative Angebote geben könnte.

Der niedrigere sozioökonomische Status vieler MigrantInnen ist mit unzufriedenstellenden Wohnbedingungen, Einschränkungen im Zugang zu Arbeit und Bildungsmöglichkeiten gekoppelt und wirkt sich nicht zuletzt auch negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Betroffenen aus. Die Verletzlichkeit im Zusammenhang mit Migration erhöht sich durch die Last von körperlichen und emotionalen Narben, welche von traumatischen Erlebnissen jener MigrantInnen herrühren, die vor Unterdrückung oder Armut aus ihrem Heimatland fliehen mussten. Auch die Sorge um in der Heimat zurückgeblieben Familienangehörige, Identifikationsprobleme in der neuen Situation im Aufnahmeland können Faktoren sein, welchen starken psychischen Stress bei MigrantInnen auslösen können. Die komplexen und sich oftmals überschneidenden Bedürfnisse in Bezug auf die Gesundheitsversorgung der MigrantInnen erfordern jedenfalls koordinierte, innovative und vor allem integrative Zugänge zur ganzheitlichen gesundheitlichen Versorgung.

Allgemeine übergeordnete Ziele:

  1. Aufbau von nachhaltigen Strukturen in den Gemeinden und Unterstützung der Kommunikation
  2. Für einen erleichterten Zugang von MigrantInnen zu Einrichtungen des Gesundheitssystems in den steirischen Bezirken.
  3. Aufbau und Förderung der intersektoralen Kooperation innerhalb und zwischen Gemeinden zum Thema Migration und Gesundheit

Hürden anhand der ersten drei Projektjahre:

  • Die VertreterInnen der Gemeinde haben geringe Zeitressourcen, fühlen sich für den Bereich der Gesundheit oft nicht zuständig und haben geringe Kompetenzen im Umgang mit NGOs und deren Zielgruppen
  • Organisationen von MigrantInnen, sozialen Einrichtungen und Gesundheitseinrichtungen sind nicht gut organisiert, die Kommunikation funktioniert nicht und es fehlt das Interesse
  • Es fehlen übergreifende Strukturen und Strategien im Umgang mit Defiziten
  • Die Zielgruppe der MigrantInnen fehlt es an Kompetenzen und braucht eine spezielle Art der Unterstützung

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